Keine Zeit zum verschnaufen, schon wieder ging es früh morgens weiter auf meiner lustigen Asientour. Dieses mal verschlug es mich nach Hongkong. Die Einreise klappte erfreulich schnell und unkompliziert. Ehrlich gesagt
hätte ich da von den chinesen mindeste
ns so einen Aufriss wie v
on den Amis erwartet aber w
eit gefehlt. Ste
mpel in den Pass, dass ich 90 Tage bleiben darf und fertig. Vielen Dank. Aufgrund des sehr freundlichen und zuvorkommenden Personals am Flughafen wusste ich auch sehr schnell mit welchem Bus ich zu meinem „Hotel“ kam. Dieses zu finden war gar nicht so einfach, es ging in ein Haus, dass schon von Aussen ranzig aussah und im inneren Schneidereien, Wäschereien und irgendwelche Garküchen beinhaltete (teilweise auch alles drei munter ge
mischt, lecker Phosphor-Snacks!). Ich ahnte nichts gutes für meine Unterkunft und sollte

dennoch überrascht werden. Sie war tatsächlich noch viel schlimmer als ich das vorab ohnehin erwartet hatte. Im Vorbeigehen zur Lobby sah ich links erst noch ein kleines Zimmer und dachte mir: „Ist ja putzig, die haben hier ein Modellzimmer um zu zeigen wie die Räume eingerichtet sind“.
Meine gute Laune verflog als ich erfuhr, dass es sich dabei um mein höchstpersönliches „Hotelzimmer“ handelt. Ohne Fenster, gekachelt und ziemlich genau so lang wie das zu kurze Bett. Dusche, Klo und Zimmer sind alles in einem. Alles erstmal kein Problem, wenn der Raum nicht stinken würde wie ausgekotzte verweste Leichtenteile toter Tiere. Igitt. Ein schneller Check anderer in frage kommender Hotels ergab leider nur ernüchternde Resultate. Also Augen zu und durch. Vor allem nichts wie weg hier zum Stadion.

Auf dem Programm standen die ersten beiden Viertelfinals des Ligapokals der Hongkonger Liga, TSV Pegasus vs. Sham Shui Po sowie South China gegen Wofoo Tai Po im Mongkok Stadion. Die Anreise klappte angenehm gut und rechtzeitig zum Anpfiff befand ich mich auf meinem Platz. Da es in HK deutlich kälter (20 Grad) als in BK oder SP und vor allem relativ regnerisch ist suchte ich mir einen Platz unter dem Dach, direkt neben den Anhängern von Sham Shui Po, die ihre Mannschaft über 90 bzw 120 Minuten unterstützten. Der größte Anhänger war in dieser kleinen Gruppe ein Chilene, der entsprechend auch
immer wieder mal einfach Chile anfeuerte oder auch nur die gegnerischen Spieler an die aktuelle Tabellensituation hinwies „Peeegasus, you are number two in the table but cant beat these kids? You aaaare tiiiirreeeddd“ (ca. 50 mal), denn Pegasus tat sich gegen Sham Shui Po aus dem Tabellenkeller tatsächlich sehr schwer und konnte erst in der Nachspielzeit das Spiel für sich entscheiden (4:1). Einen deutlich größeren und offenbar mit Sham Shui Po befreundeten Fanblock stellten in der nächsten Partie die Südchinesen. Mit Vortrommler und einigen auch aus Europa bekannten Gesängen hatte man Stimmungstechnisch das Spiel genauso unter Kontrolle wie die Akteure auf dem Rasen (4:2). Etwa 5000 Zuschauer füllten die beiden Haupttribünenseiten komplett aus. Lediglich auf den unüberdachten Hintertortribünen war es weitestegehend leer. Die Spiele wurden übrigens auch im lokalen Fernsehen live übertragen, was auch einiges über den Status der Veranstaltung aussagt.

Direkt danach ging es zum HKFC Ground um als gelungenen Abschluss noch die dritte Partie des Tages, Honk Kong FC gegen Happy Valley, auf dem Programm. Da sich meine Nahrungsaufnahme, ein spontaner Besuch in der "Golden Arcade", einem völlig (!!!) kranken Einkaufszentrum mit lauter kleinen Videospieleläden und viel mehr aber die Suche nach dem Eingang mehr als geplant verzögerte erreichte ich das Stadion mit 30 Minuten Verspätung. Ist aber auch echt ungewöhnlich ein Stadion mitten in eine riesiege Pferderennbahn zu bauen. Der Eingang führte mich durch ein extrem edles Marmorverziertes Gebäude welches dem Verein gehört. An den Wänden hingen Erinnerungsfotos aus allen Epochen dieses bereits seit mehr als 100 Jahren existierenden Vereins. Das Spiel selbst war im Gegensatz zu den vorangegangenen Partien von bescheidener Qualität, aber immerhin gab es beim 3:2 Tore satt. Etwa 200 Zuschauer, übrigens sämtlichst wie auch die Akteure beim HKFC keine Asiaten, erfreuten sich an einer spannenden Schlussphase.
Soundtrack des Tages: Die Doofen- Mief.
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