Freitag, 24. Februar 2012

Südostasien, Tag 2: Singapur oder Bitte nicht die Affen füttern!



Nach der Ankunft (7 Uhr morgens Ortszeit) und den üblichen Einreiseformalitäten nahm ich aufgrund der mir allmählich zusetzenden Müdigkeit lieber ein Taxi zu meiner Herberge bevor ich mich im Halbschlaf mit der U-Bahn im Berufsverkehr durch die Stadt schleiche. Mein Plan sah eigentlich vor 3 Stunden zu pennen und den Rest des Tages mit Sightseeing zu verbringen. Dieser wurde unmittelbar nach meiner Ankunft im Hostel in Chinatown aber auch schon wieder zunichte gemacht. Mein Bett durfte ich nämlich erst um 15
Uhr beziehen. Warum auf der Webseite des Ladens dann per Dropdown-Menü gefragt wird wann man denn ankommt, wenn es letztlich egal ist, wissen wohl auch nur die Bediensteten selbst.

Noch müder und mit einem Stadtplan bewaffnet ging es also ohne mein Gepäck auf Stadtsafari. Nach einem sehr guten Frühstück (Chinesische Nudeln mit irgendwas) beschloss ich keine Lust auf Shop


pingterror zu haben und fuhr stattdessen in den Bukit Timah Nature Reserve, einem Stück erhaltenen Regenwald mitten auf der Insel. Neben Rio de Janeiro handelt es sich dabei um den meines wissens nach einzigen erhaltenen Regenwald der sich in einer Metropole befindet. Dort begrüssten mich dann auch sofort Affen und einige andere Tiere und ich machte mich auf den ins Gehölz gehauenen Wanderweg auf den kleinen Berg. Zunächst kam ich mir vor wie im „Amish Paradise“ V

ideo von Weird al Yankovic, denn die Homies bevorzugen es auf dem Rückweg den Berg auch wieder rückwärts runter zu gehen. Das sah dermaßen bescheuert aus, dass ich mein Lachen nur schwer zurückhalten konnte. Andererseits konnte mich ja sowieso keiner sehen wenn die alle mit dem Rücken zu mir den Berg runterkommen.

on einer Schlange überholt wird oder sich hier und dort immer wieder die zahlreichen Affen zeigen ist das schon recht cool. Oben auf dem Berg erwartete mich leider keine echte Idylle. Ein paar Bänke zum sitzen und sagenhaft hässliche Funkantennen befanden sich auf der Spitze. Der Mensch hat hier für seine sogenannte Zivilisation wichtigen Lebensraum für immer zerstört . Ich verweilte trotzdem oben für eine Stunde bis mein T-Shirt wieder halbwegs trocken war. Habe ich schon erwähnt, dass es in Singapur aktuell über 30 Grad hat? Das knallt dann hin und wieder schon sehr sehr sehr (sehr!).

Die Entscheidung in den Urwald zu gehen erwies sich als richtig, denn es war in meinem Zustand nach der anstrengenden Reise genau das richtige die Ruhe und Abgeschiedenheit zu suchen. Ein paar Begegnungen mit Tieren waren dennoch für ne Stadtplanze wie mich durchaus aufregend. Wenn man am Rand auf einmal v

Der Rückweg verlief bis auf ein paar weitere Schreckmomente wie der Aufstieg. Und zurück im Hostel durfte ich endlich mein Bett bzw. mein Regal beziehen. Die Betten sind im Hostel wie in einem Regal angeordnet. Das hat den Vorteil, dass man im Gegensatz zu Mehrbettzimmern in Jugendherbergen zumindest einen Hauch Privatsphäre hat. Sieht bescheuerter aus als es letztlich ist. Und es sieht sehr bescheuert aus.

Mehr oder weniger genauso wie ich das Hostel betreten hatte fiel ich auch sofort in einen 3-4 Stunden dauernden Tiefschlaf. Aufgeweckt wurde ich erst als sich im Zimmer auch andere Gäste einfanden. Vor allem ein Kolumbianer trat dabei hervor, indem er für eine Finnin auf einer selbstgebastelt aussehenden Flöte spielte um sie zu bezirzen. Zu seinem Unglück musste sie aber noch am selben Abend zurück in die Heimat fliegen. Zusammen mit einer Australierin und einer Engländerin gingen wir aber später Abends um die Ecke etwas Essen wo ich eine Menge darüber lernte wie man mehrere Jahre am Stück Unterwegs sein kann ohne finanziell Bankrott zu gehen. Bewundernswert und Beneidenswert. Sebastian, der Kolumbianer und gelernter Koch, reist vor allem durch die Weltgeschichte um in jeden Land etwas über die lok

ale Küche zu lernen. Sozusagen ein Foodhopper. Mein Antrieb in möglichst jedem Land der Erde welches ich bereise ein Fußballspiel sehen zu wollen wurde von den anderen zwar nicht verstanden aber toleriert. Wobei ich persönlich ja Foodhopping noch seltsamer finde.

Soundtrack des Tages: Smashing Pumpkins – Today.

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